Ceraton Vier - Eine Welt ohne Männer

Ceraton Vier – Eine Welt ohne Männer

Ceraton_4__Eine_Welt_ohne_MnnerTeil 1 – Die Entführung

An Bord der scharfen Ceratonierinnen

(Auszug, Kapitel 2) Ganz langsam nur kam ich wieder zu mir. Das hatte den Vorteil, dass ich nach und nach auf meine Sinne konzentrieren konnte, als diese begannen, wieder zu arbeiten. Als erstes bemerkte ich, dass mir kalt war. Ich hielt die Augen weiterhin geschlossen und versuchte, die Geräusche um mich herum zu definieren. Aber außer einem ganz leisen und entfernten Brummen und Rauschen war nichts zu vernehmen.

Ich stellte fest, dass ich auf dem Rücken lag. Als ich es versuchte, konnte ich meine Fingerspitzen und Fußzehen bewegen und spüren. Aber darüber hinaus konnte ich mich nicht bewegen. Als ich die Augen einen Spalt weit öffnete, konnte ich nur Dunkelheit um mich erkennen. Es stellte sich heraus, dass ich an Händen und Füßen gefesselt war. Das gebot mir, mit äußerster Vorsicht zu agieren. Wo war ich? Ich konnte auch nichts hören oder riechen, was mir Aufschluss hätte geben können über meine Lage und meinen Aufenthaltsort.

Ich bewegte mich etwas innerhalb der Fesseln. Es fühlte sich an, als läge ich auf einer Art Operationstisch aus kaltem Stahl. Und zwar nackt.

Mittlerweile hätten sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnen sollten, aber ich konnte immer noch nichts erkennen, nicht mal einen Umriss. Das fand ich sehr ungewöhnlich, da in unseren Breiten die Nächte nie so dunkel sind. Ich dachte mir dann, dass ich wohl im Innern eines Hauses sein musste oder in einem Keller. Ich konnte immer noch nicht das geringste Geräusch ausmachen, kein Verkehr, keine Stimmen, keine Vögel und keinen Wind, nichts.

Ich beschloss, mich bemerkbar zu machen. „Hallo!“, rief ich laut. „Ist hier jemand?“ Niemand antwortete mir, aber es schien mir, als erwachten diverse Geräte oder Maschinen im Raum zum Leben.

„Ist hier jemand? Das ist nicht lustig, verdammt!“, schrie ich. Keine Antwort.

„Hey, ihr Arschlöcher, lasst mich raus hier!“, schrie ich nun.

„Es wird Ihnen nichts geschehen, bitte bleiben Sie ruhig“, sagte eine sanfte weibliche Stimme plötzlich. „Wir werden Ihnen bald alles erklären, Sie werden gerade untersucht.“

„Untersucht? Was soll die Scheiße? Untersucht für was? Bindet mich los!“

„Es wird Ihnen bald alles erklärt werden. Bitte beruhigen Sie sich und tun Sie, um was wir Sie bitten,“ sagte die Stimme sanft und fast sexy. „Die Untersuchungen sind fast abgeschlossen.“

„Macht mich sofort los, verdammt!“ brüllte ich. „Jetzt sofort! Scheiß auf euch und eure Untersuchungen!“

„Wir werden Ihnen nicht wehtun. Es ist in Ihrem Interesse, jetzt ruhig zu bleiben.“

Langsam begann der Raum, sich aufzuhellen und die Temperatur stieg nun ebenfalls. Von oben schien sanftes Licht auf meinen nackten Körper. Ich lag angeschnallt auf einer Art Operationstisch. Als sich meine Augen an das Licht gewöhnt hatten, konnte ich auch sehen, dass ich umringt war merkwürdigen Apparaturen. Offenbar war mir Blut abgenommen worden. Auf meine Haut lag ein weißer Film und als ich auf meine Arme sah, konnte ich nicht das geringste Härchen mehr darauf entdecken. Was zum Teufel war hier los?

Plötzlich schob sich ein Segment der Wand zur Seite und eine Frauengestalt in einem langen weißen Umhang trat in den runden Raum, in dem ich lag. Sie stellte sich neben mich und legte mir eine weiße Hand auf die Brust. „Greg“, sagte sie, „Fürchten Sie sich nicht. Es wird ihnen nichts geschehen.“

Gut gesagt, dachte ich bei mir. Ich liege hier, unfähig, mich zu bewegen und zu wehren, weiß nicht wo ich bin. Natürlich hatte ich Angst!

Die Gestalt schob ihre Kopfbedeckung nach hinten und ich konnte sehen, dass es eine außergewöhnlich schöne Frau war, die hier vor mir stand.

„Wir mussten Sie zunächst desinfizieren, daher haben Sie alle ihre Haare verloren. Aber keine Angst, die wachsen wieder nach. Ich veranlasse nun, dass sich ihre Fesseln lösen, wenn Sie mir versprechen, ruhig zu bleiben.“

Irgendetwas an ihrer Stimme und an ihrer Erscheinung brachte mich, ihr zu glauben. Sie schien nicht aggressiv, sondern eher freundlich. Ich konnte sogar den Anflug eines Lächelns auf ihren ebenmäßigen Zügen erkennen.

Die Fesseln, Stahlklammern um meine Hand- und Fußgelenke, öffneten sich geräuschlos und verschwanden in dem Tisch, auf dem ich lag. Langsam setzte ich mich auf und rieb mir meine Handgelenke. Ich war splitterfasernackt und völlig enthaart, und wenn ich mich bewegte, rieselte feiner weißer Staub von meiner Haut.

„Ok, was ist passiert. Ich hatte einen Unfall, oder?“, fragte ich.

„Nun, so könnte man es bezeichnen, aber ein Unfall war es ganz und gar nicht. Wir haben Sie ausgesucht.“

„Ausgesucht? Wofür?“

„Darauf komme ich noch. Lassen Sie mich erklären. Sie sind auf einem Raumschiff, dass zur Zeit hinter ihrem irdischen Mond parkt.“

Ja, sicher.

„Greg, wir beobachten Ihre Welt schon seit einigen Jahrhunderten. Und seitdem Sie Radiowellen in die ganze Galaxie senden, also seit 50 Jahren etwa, beobachten wir Sie noch genauer als bisher.“

Sie atmete tief aus. „Nicht, dass es besonders interessant ist. Was wir von ihren sogenannten TV Sendungen auffangen konnten, ist, gelinde gesagt, nicht gerade dazu geeignet, Sie und Ihre Welt als besonders intelligent aussehen zu lassen.“

Ich schluckte. Wenn man es so sah, hatte sie wahrscheinlich sogar Recht.

„Aber wir scannen ja nicht nur Ihre Radioemissionen. Nanosonden, die wir auf Ihre Welt geschickt hatten, brachten uns organisches Material, Proben Ihrer Bevölkerung, die wir genetisch untersuchen konnten. Dabei haben wir eine sehr interessante Beobachtung machen können. Und deswegen haben wir uns entschlossen, Ihre Welt persönlich aufzusuchen.“

Ich starrte sie an. Dann bemerkte ich, dass ich immer noch nackt vor ihr saß. „Darf ich auch Ihren Namen erfahren, meinen kennen Sie ja offenbar, und könnte ich vielleicht meine Kleider wieder haben?“, fragte ich.

„Nennen Sie mich Val, und es tut mir leid, aber die mussten wir leider vernichten. Das Risiko einer Kontaminierung ist einfach zu groß gewesen. Aber ich habe Ihnen hier etwas mitgebracht, dass Ihnen hoffentlich passt.“

Dabei wies sie auf einen Stapel weißen Stoffes auf einem kleinen Tisch an der Wand. Ich stand auf, ging hin und bediente mich. Die Kleidung, eine Art T-Shirt und eine Hose, passten wie für mich geschneidert.

„Kontaminierung?“, fragte ich.

„Nun, dieses Schiff ist sicherlich nicht absolut keimfrei, aber es sind Keime, an die unsere Organismen gewohnt sind. Noch kennen wir nicht alle Keime, die es auf der Erde geben mag und die uns schädlich sein könnten, “ antwortete sie. „Kommen Sie, Greg, ich möchte Ihnen etwas zeigen.“

Sie ging auf eine Wand zu und vor ihr öffnete sich ein Türsegment. Als ich aufstand, hatte ich ein

merkwürdiges Gefühl, als sei ich leichter als sonst, als schwebte ich fast. Ich folgte ihr. Wir gingen einen hell erleuchteten Gang entlang, bis wir zu einer weiteren Tür kamen. Diese öffnete sich vor uns und wir betraten einen dunklen Raum.

Aber was zunächst wie eine dunkle Wand erschien, entpuppte sich nach wenigen Sekunden, als sich meine Augen an das spärliche Licht wieder gewöhnt hatten, als der Ausblick auf eine riesige dunkle Kraterlandschaft.

„Das ist, von der Erde aus betrachtet, die Rückseite des Mondes“, sagte Val.

Mir wurde ein wenig schwindlig. Vor der großen Panoramascheibe standen Sitzgelegenheiten, und ich setzte mich erst einmal hin.

„Ich denke, ich habe Ihnen einiges zu erklären, Greg“, begann sie.

Und dann erfuhr ich das ganze Drama um die Bevölkerung eines Planeten, dessen Männer allesamt Opfer einer Viruskrankheit geworden waren, und deren Frauen nun auf der Suche nach geeigneten Männern waren, um den Fortbestand ihrer Rasse zu sichern.

Val kam von einem erdähnlichen Planeten, der nur ein wenig kleiner war als die Erde und daher über eine geringere Schwerkraft verfügte. Deshalb war sie auch ein wenig größer als ich und ich fühlte mich unter der geringeren Schwerkraft, die auf dem Schiff herrschte, etwas leichter als sonst. Die Atmosphäre war unserer ebenso ähnlich und die Menschen dort atmeten ein Sauerstoffgemisch ähnlich dem unseren.

Sie verfügten allerdings über eine unserer Technik weit überlegene Technologie und beherrschten den Intergalaktischen Flug mit einer Warp-Technik, die auf der Energie der dunklen Materie beruhte. Das Schiff steuerte sich weitestgehend selbst, und gewöhnlich schickten sie unbemannte Schiffe oder Sonden mit Nanomaschinen zum Auskundschaften ins All. Aber als die Ergebnisse der Untersuchungen von uns Menschen auf der Erde eine ungewöhnliche genetische Übereinstimmung mit ihnen selbst hervorbrachten, beschlossen einige der verbliebenen Damen, selbst zu uns zu reisen und mit eigenen Augen zu sehen, ob wir „passen“ würden.

„Es ist uns vollkommen klar, dass unsere Vorgehensweise recht grenzwertig ist. Wir haben aber durchrechnen lassen, welche Reaktion ein offizieller Besuch hervorrufen würde, und haben uns dagegen entschieden. Wir wissen, dass die Erde nicht von einer homogenen und freundlichen Rasse besiedelt ist, hier gibt es viele Nationalstaaten und sogar kriegerische Auseinandersetzungen, an denen wir uns lieber nicht beteiligen wollten. Daher diese Art der „Entführung“, wobei ich bei dieser Gelegenheit nochmals um Entschuldigung und Verständnis bitten darf.“

Obwohl Val es bisher vermieden hatte, den eigentlichen Grund ihres Besuches beim Namen zu nennen, wurde mir langsam klar, was sie von uns wollten. Aber hätten sie das nicht auch einfacher haben können?

Als hätte sie meine Gedanken lesen könnten, fuhr sie fort: „Natürlich hätten wir ganz einfach von den Männern Spermienproben entnehmen können und künstliche Befruchtungsversuche anstellen können. Das haben wir auch getan! Und die Ergebnisse zeigten uns, dass die Embryos allesamt lebensfähig waren. Aber wir wollten auch Eure Psyche kennen lernen, die ja Bestandteil eurer genetischen Disposition ist. Daher haben wir uns entschlossen, Euch zu „entführen“. Natürlich steht es jedem von Euch frei, Nein zu sagen. Wir werden euer Gedächtnis löschen und euch wieder auf die Erde zurückbringen, wenn ihr das wünscht.“ Sie schwieg einen Augenblick.

„Aber ich für meinen Teil würde das sehr bedauern, Greg. Mir gefällt sehr, was ich sehe, und ich würde mir wünschen, dass Sie zumindest eine Zeitlang unser Gast sein wollten.“

In dieser Beziehung waren wir einer Meinung. Auch mir gefiel sehr, was ich neben mir auf dem kleinen Sitzplatz sah. Eine wundervolle, hochgewachsene Frau mit ansprechenden Kurven genau da, wo sie hingehören. Die Kleidung, die sie trug, verbarg nur wenig ihrer Anatomie, selbst ihre Brustwarzen waren deutlich zu erkennen, wie auch die Vulva zwischen ihren langen Beinen.

Mir brummte der Kopf. Wenn ich nicht mit eigenen Augen den Mond vor mir gesehen hätte, ich hätte das ganze immer noch für einen schlechten Scherz gehalten.

„Und wie soll das nun weitergehen?“, fragte ich Val. Sie lächelte mich an. „Greg, wir sind fühlende Wesen. Wir sind der Liebe fähig und haben Sex, und wie ihr finden wir auch Gefallen daran. Wir hoffen, dass ihr so viele von uns wie möglich schwängert.“

So, jetzt war es raus. Wir sollten für den Nachwuchs sorgen, und zwar auf die altmodische Art und Weise! Noch aber war nicht klar, was danach aus uns werden würde.

Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile auf der kleinen Sitzgelegenheit mit dem atemberaubenden Blick auf die Rückseite des Mondes. Ich hatte jede Menge Fragen, und Val beantwortete sie, so gut sie konnte.

Hier erfuhr ich auch, dass mit mir noch genau 999 andere Männer auf dem Schiff waren und zur gleichen Zeit ähnliche Gespräche stattfanden. Das machte Sinn, um der genetischen Vielfalt wegen wollte man auf einen größeren Gen-Pool zurückgreifen. Ich hatte nur zufällig das Glück, von der Kommandantin des Schiffes ausgesucht worden zu sein.

Als sie eine Frage offenbar nicht beantworten konnte, hob sie den Kopf und sprach einen oder zwei Sätze in einer mir unbekannten Sprache. Eine Stimme antwortete ihr in der gleichen Sprache, dann wand sie sich wieder mir zu und antwortete mir in meiner Sprache.

„Wenn ich etwas nicht weiß, frage ich einfach das Schiff“, erklärte sie mir, als sei das die selbst verständlichste Sache der Welt. „Kann ich dem Schiff auch selbst Fragen stellen?“ „Noch nicht“, antwortete sie. „Das Schiff kennt Dich zwar schon, aber noch nicht als vollwertiges Mitglied der Besatzung. Es wird nur eingreifen, wenn Du dich aggressiv verhältst gegenüber uns oder versuchst, das Schiff zu übernehmen.“

Nun, das hatte ich nicht vor, zumindest noch nicht. Wie sollte ich auch….

Wir wanden uns wieder anderen Themen zu. „Wie habt ihr Euch das vorgestellt? Wir haben Sex miteinander?“

„Aber ja!“, rief sie und lachte mich an. „Du scheinst uns eine perfekte Wahl zu sein und bist dazu gut gebaut, wenn ich das so sagen darf. Ich würde dich gerne für mich behalten, wenn das akzeptabel ist für dich. Du wirst die Gelegenheit dazu haben, dich mit jeder zur Verfügung stehenden Frau zu treffen, hier und auf unsrem Planeten, um dich fortzupflanzen. Sobald unsere weibliche Bevölkerung geschwängert ist, wirst du die Gelegenheit erhalten, zur Erde zurück zu kehren, oder bei uns zu bleiben.“

*************************