Michelle - Service Par Excellence

Michelle – Service Par Excellence

Von Jessica Jenas

Kapitel 1

In der Boutique

Die schwarze Mercedes Limousine parkte an diesem späten Herbstnachmittag direkt vor der schicken Boutique in der Wiesbadener Innenstadt. Die Fahrerin war eine elegant gekleidete Frau mittleren Alters und der Mann, der aus dem Beifahrersitz ausstieg, war ebenfalls gut gekleidet und in etwa dem gleichen Alter.

Den gleichen Parkplatz hatten die beiden bereits vor einer Woche besetzt, als sie die Boutique zum ersten Mal betreten hatten. Caro und Thomas Schneider waren ein Ehepaar, gut situiert, sie eine leitende Angestellte einer großen deutschen Bank, er selbstständig mit einer Internetfirma. Die beiden führen eine glückliche Ehe, und dazu gehörte es auch, Seitensprünge gemeinsam durchzuführen. Spätestens nach ihrer schicksalhaften Begegnung mit der Studentin Andrea und dem gemeinsamen Erlebnis mit Susan in New York sah Caro auch auf hübsche Frauen, um ihr Sexleben aufzufrischen. Natürlich kam dies Thomas sehr gelegen, er hatte ohnehin Mühe, seine Augen – oder besser, seine Hände – vom weiblichen Geschlecht zu lassen. Das Arrangement bestand schon lange und hatte sich bewährt. Es bedeutete gleichzeitig, dass sich beide nie betrügen und sich nie anlügen mussten, um fremd zu gehen, um ein wenig Spaß außerhalb der Beziehung haben zu können. Voraussetzung war nur, dass sie die jeweiligen Abenteuer gemeinsam planten und durchführten.

Weil es eben „außerhalb der Beziehung“ gar nicht gab, sondern alles in beiderseitigem Einvernehmen innerhalb der Ehe stattfand.

Die junge Verkäuferin in der besagten Boutique hatte beiden von Anfang an gefallen, eine hübsche, junge Frau mit einer traumhaften Figur. Und nett war sie auch noch, aufmerksam, nicht aufdringlich und wie Thomas später bemerkte, schien sie sogar etwas schüchtern zu sein. Nachdem sie damals die Boutique wieder verlassen hatten, unterhielten sie sich auf dem Weg nachhause.

Wie fandest Du denn die Kleine?“ hatte Caro ihren Mann gefragt. „Sehr hübsch und nett. Wieso?“ hatte Thomas erwidert, wobei er sie schelmisch anlächelte, da er schon genau wusste, worauf die Frage eigentlich abzielte.

Nun ja, ich dachte nur, mir hat sie auch gut gefallen, und ich muss zugeben, dass ich sie gerne einmal vernaschen würde mit Dir!“ „Ach was!“ entfuhr es Thomas. In dieser Nacht liebten sie sich leidenschaftlich, und beide waren dabei mit ihren Gedanken nicht ganz bei der Sache…

Michelle blickte von ihrem Schreibtisch in der hinteren Ecke der Boutique auf und sah den beiden entgegen. Die hübsche junge Verkäuferin lächelte. Sie erkannte die beiden von einem früheren Besuch am Anfang der Woche. Sie hatte sich nicht zwischen zwei schwarzen Cocktail Kleidern entscheiden können und ihr gesagt, sie wolle es sich überlegen und dann wiederkommen. Michelle hatte freundlich „Selbstverständlich, gerne!“ hatte sie erwidert und sich ihren Teil dabei gedacht. Aber diesmal schien ihr Gefühl sie getäuscht zu haben, die Kunden waren tatsächlich wieder gekommen. Michelle trug ein sehr körperbetont geschnittenes Trägerkleid in Schwarz, das ihren vollen Busen und die runden Hüften gut zur Geltung brachte.

Der Schreibtisch stand neben einer schwarzen Ledergarnitur im hinteren, durch einen breiten Vorhang abgetrennten Bereich hinter dem Showroom mit den den großen Schaufenstern.

Sie stand auf und ging den beiden entgegen, die bereits durch die Glastür eingetreten waren.

Hallo, guten Tag!“ sagte Michelle. „Guten Tag“, sagte die Dame und lächelte. „Sie können sich an mich erinnern?“

Ja, natürlich“ erwiderte Michelle, „Sie waren Dienstag Abend hier wegen eines Kleides. Beziehungsweise zwei Kleidern, die Ihnen übrigens beide ganz ausgezeichnet standen“ bemerkte Michelle.

Die Dame ging einen Schritt auf Michelle zu und reichte ihr die Hand: „Caro Schneider, und das ist mein Mann, Thomas. Darf ich vielleicht nochmals die Kleider sehen?“

Natürlich. Wollen Sie vielleicht gleich mitkommen nach hinten zum Anprobieren?“

Sehr gerne.“

Thomas Schneider stand etwas unschlüssig mitten im Raum. Caro drehte sich zu ihm um. „Am Besten, du kommst gleich mit, dann kannst Du deinen Kommentar gleich mit abgeben.“

Er sah die Verkäuferin an und lächelte ihr zu. Er verdrehte die Augen scherzhaft und schien sich seinem Schicksal fügen zu wollen. „OK, wenn es denn sein muss…“

Bitte entschuldigen Sie, dass wir so spät kommen. Aber das war Absicht.“Michelle sah ihn fragend an. „Wir hatten gehofft, dass Sie den Laden gleich schließen werden und wir etwas Privatsphäre haben könnten. Beim Anprobieren und so.“

Oh.“ Michelle sah auf ihre Armbanduhr. 10 vor sieben. „Kein Problem, jetzt kommt eh niemand mehr. Einen Augenblick.“

Sie bemerkte noch den kurzen bedeutenden Blick, den sich die beiden zuwarfen, bevor sie nach vorne ging, um die Tür zu verschließen und um das GESCHLOSSEN Schild nach außen zu drehen.

Sie zögerte einen Augenblick, dann aber gewann ihr Geschäftssinn die Oberhand. Den zu erwartende Umsatz konnte sie weiß Gott gut gebrauchen, die Geschäfte liefen nicht gerade toll im Moment. Ansonsten fand sie die beiden zwar etwas merkwürdig, aber durchaus sympathisch. Auch das der Mann seine Frau beim Einkaufen in einer Damenboutique begleitete, machte ihn in ihren Augen eher zum Komplizen. Sie wusste durchaus, dass sie hübsch war und verführerisch wirkte auf Männer. Ihr schlichtes schwarzes Kleid betonte ihre volle Oberweite und die schmale Taille höchst schmeichelhaft.

Michelle: Service Par Excellence (Caro 3)